Warum den Radwechsel selber machen?
Zweimal im Jahr ist es soweit: Von O bis O (Oktober bis Ostern) steht der Radwechsel an. Viele Schweizer Autofahrer bringen ihren Wagen dafür in die Garage. Das ist bequem, kostet aber jedes Mal Geld – oft zwischen CHF 50 und CHF 100 pro Saison, plus Einlagerung. Wenn du den Radwechsel selber machst, sparst du nicht nur diese Kosten, sondern lernst dein Fahrzeug besser kennen und bist im Falle einer Reifenpanne – sei es am Zugfahrzeug oder am Anhänger – bestens vorbereitet.
In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie du den Radwechsel sicher und effizient durchführst, worauf du speziell bei Anhängern achten musst und welches Werkzeug in deiner Garage nicht fehlen darf.
Das richtige Werkzeug: Deine Checkliste
Bevor du loslegst, stelle sicher, dass du alles griffbereit hast. Nichts ist ärgerlicher, als wenn das Auto schon aufgebockt ist und der passende Schlüssel fehlt.
- Wagenheber: Der Standard-Heber im Bordwerkzeug reicht für den Notfall, für den saisonalen Wechsel empfehlen wir einen stabilen Rangierwagenheber.
- Radkreuz oder Radschlüssel: Zum Lösen der Schrauben. Ein ausziehbarer Radschlüssel bietet mehr Hebelwirkung.
- Drehmomentschlüssel: Absolut unverzichtbar für die Sicherheit! Nur so ziehst du die Schrauben mit der korrekten Kraft an.
- Drahtbürste: Um Rost und Schmutz von der Radnabe zu entfernen.
- Unterlegkeile: Zur Sicherung gegen Wegrollen (besonders wichtig beim Anhänger).
- Kupfer- oder Keramikpaste: Optional, um das Festrosten der Felge auf der Nabe zu verhindern (niemals auf die Schraubgewinde oder den Konus schmieren!).
- Handschuhe: Reifen sind schmutzig, Bremsstaub ist hartnäckig.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Radwechsel beim Auto
1. Vorbereitung und Sicherung
Parkiere das Auto auf einer ebenen, festen Fläche (kein Kies, kein weicher Rasen). Ziehe die Handbremse fest an und lege den ersten Gang ein (bei Automatik auf «P» stellen). Wenn du hast, lege einen Unterlegkeil vor das Rad, das diagonal gegenüber dem zu wechselnden Rad liegt.
2. Radmuttern anlösen
Wichtig: Löse die Radschrauben, solange das Auto noch am Boden steht. Eine halbe Umdrehung reicht. Wenn du das erst machst, wenn das Auto in der Luft ist, dreht sich das Rad mit oder du riskierst, dass das Auto vom Wagenheber rutscht.
3. Fahrzeug anheben
Setze den Wagenheber an den vom Hersteller vorgesehenen Aufnahmepunkten an. Diese sind oft durch eine Markierung am Schweller oder eine Einkerbung gekennzeichnet. Pumpe das Auto hoch, bis das Rad einige Zentimeter frei in der Luft schwebt.
4. Rad abnehmen und Nabe reinigen
Drehe die Schrauben nun komplett heraus und nimm das Rad ab. Lege es zur Sicherheit flach unter den Schweller (falls der Wagenheber versagt, fällt das Auto auf die Felge und nicht auf den Boden oder deine Füsse). Reinige die Auflagefläche der Radnabe mit der Drahtbürste.
5. Neues Rad montieren
Setze das neue Rad auf. Drehe alle Schrauben von Hand ein, bis sie greifen. Ziehe sie dann mit dem Radkreuz handfest an – am besten über Kreuz, damit sich das Rad nicht verkantet.
6. Ablassen und Festziehen
Lasse das Auto vorsichtig ab, bis der Reifen den Boden berührt, aber noch nicht das volle Gewicht trägt. Jetzt kommt der Drehmomentschlüssel zum Einsatz. Stelle den vorgeschriebenen Wert ein (steht im Handbuch, oft zwischen 110 und 140 Nm) und ziehe die Schrauben über Kreuz fest, bis es laut und deutlich «Klick» macht.
Besonderheiten beim Radwechsel am Anhänger
Auch bei Anhängern – ob Mietanhänger, Wohnwagen oder der eigene Transportanhänger – kann ein Radwechsel nötig sein. Hier gibt es ein paar spezielle Punkte zu beachten:
- Angekuppelt lassen: Wenn möglich, lass den Anhänger am Zugfahrzeug angekuppelt. Das gibt zusätzliche Stabilität und verhindert, dass sich der Hänger beim Aufbocken dreht oder wegrollt.
- Aufnahmepunkte beachten: Anhänger haben oft andere Aufnahmepunkte als Autos. Setze den Heber niemals mittig unter der Achse an (Verbiegungsgefahr!), sondern immer am Rahmen in der Nähe der Achse, wie in der Betriebsanleitung beschrieben.
- Stützrad nutzen: Bei Einachsern kann das Stützrad helfen, die Balance zu halten, aber verlasse dich zur Sicherung nicht allein darauf.
Wichtige Schweizer Regeln und Sicherheitstipps
Profiltiefe und Alter
In der Schweiz schreibt das Gesetz eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm vor. Der TCS und wir empfehlen jedoch aus Sicherheitsgründen mindestens 3 mm bei Sommerreifen und 4 mm bei Winterreifen. Achte auch auf das Alter der Pneus (DOT-Nummer). Nach 6 bis 8 Jahren härtet die Gummimischung aus und der Grip lässt nach, selbst wenn das Profil noch gut ist.
Nachziehen nicht vergessen!
Eine goldene Regel, die oft vergessen wird: Nach ca. 50 bis 100 Kilometern Fahrt musst du die Radschrauben nochmals kontrollieren und nachziehen. Durch Vibrationen und Setzbewegungen können sich die Schrauben minimal lockern.
Wohin mit den alten Rädern?
Hast du keinen Platz im Keller? Viele Garagen bieten einen Einlagerungsservice («Reifenhotel») an. Wenn du deine Räder selbst transportieren musst – zum Beispiel einen kompletten Satz für dein Auto und das Auto des Partners zur Werkstatt oder zum Entsorgungshof – kann der Platz im Kofferraum schnell knapp werden. Niemand möchte schmutzige Pneus auf den Rücksitzen haben.
Die Lösung für deine Transport-Projekte
Egal ob du einen Satz Kompletträder transportieren musst, ein neues Motorrad abholst oder Baumaterial für die Garage brauchst: Ein Anhänger ist die sauberste Lösung. Bei Thömus Anhängervermietung kannst du dir unkompliziert und rund um die Uhr den passenden Anhänger mieten.
Unsere Standorte in Dietikon, Chur, Thun, Wollerau, Dübendorf und Zug/Baar sind 24/7 für dich geöffnet. Einfach online buchen, Code erhalten und losfahren – so hast du genug Platz für Werkzeug, Reifen und alles, was du bewegen musst.

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